Die „Bussard“ gehört seit ihrer Außerdienststellung 1979 zur Museumsflotte des Kieler Stadt- und Schifffahrtsmuseums und kann während der Sommermonate an der dem Schifffahrtsmuseum benachbarten Museumsbrücke besichtigt werden. Zusammen mit dem Feuerlöschboot „Kiel“ und dem Seenotrettungsboot „Hindenburg“ ergänzen diese drei historischen Schiffe als authentische Zeugnisse der Seefahrtsgeschichte die maritime Schausammlung im Schifffahrtsmuseum mit Modellen und bildlichen Darstellungen und vermitteln einen Eindruck von den originalen Größenverhältnissen.
Besichtigung der „Bussard“
Ein lohnender Besichtigungsgang führt die Besucher über steile Stufen unter Deck des Tonnenlegers. Dort können die engen Kojen der Mannschaft und ihr Aufenthaltsraum, die „Messe“, besichtigt werden. Besonders eindrucksvoll sind die originalgetreu erhaltene Dampfmaschine und der Kesselraum mit den Feuerungsluken. Zu sehen sind die Funkerkammer sowie die Kajüten der Offiziere und des Kapitäns. Zurück an Deck lohnt der Blick in den Salon für die Offiziere und in die enge Kombüse. Winden und Ladebäume, mit denen die Seezeichen an oder von Bord gehoben wurden, liefen ebenfalls über die Dampfmaschine. Von der Kommandobrücke bietet sich ein aufregender Ausblick auf den Hafen und die gegenüber liegende HDW-Schiffswerft.
Die Museumsschiffe „Hindenburg“ und „Kiel“
Seenotrettungsboot „Hindenburg“
Das Schiff wurde 1944 auf der Spezialwerft August Pahl in Hamburg als Großmotoren-Rettungsboot „Hindenburg III“ gebaut. Es stellte einen neuen, größeren Schiffstyp dar, als bis dahin üblich. Die mit 300 PS besonders starken Motoren erlaubte Rettungseinsätze auch in schwerer See. Das Schiff war zunächst in Cuxhaven und Büsum stationiert, später auf Sylt und Nordstrand. In 35 Dienstjahren wurden mehr als 800 Menschen aus Seenot gerettet. Seit 1979 ist die „Hindenburg“ Museumsschiff.
Technische Daten:
Vermessung: 60 t
Abmessungen: Länge 17,5 m
Breite 5 m
Tiefgang 1,4 m
Maschinenanlage: Hersteller Mercedes-Benz
Type Viertakt-Dieselmotor
Leistung 2x150 PS auf 2 Schrauben, 6-Zylinder
Geschwindigkeit: 10,5 kn
Feuerlöschboot „Kiel“
Das Schiff wurde 1941 auf der Hamburger Werft August Pahl gebaut. Es war bis zur Außerdienststellung 1986 das einzige Feuerlöschboot der Landeshauptstadt. Stationiert an der Brücke vor der ehemaligen Fischhalle (heute Schifffahrtsmuseum), erforderte der Einsatz mindestens zwei Mann Besatzung. Die Feuerlöschpumpe wurde direkt von der Maschine angetrieben. Dies bedeutet: Das Schiff konnte entweder fahren oder löschen. Die Pumpe liefert 6000 Liter Seewasser pro Minute. Heute ist der Motor nicht mehr betriebsfähig.
Technische Daten:
Vermessung: 54 BRT
Abmessungen: Länge 19 m
Breite 4,1 m
Tiefgang 1,5 m
Maschinenanlage: Hersteller Motorenwerke Mannheim A.G.
Type Viertakt-Dieselmotor
Leistung 200 PS, 6-Zylinder
Geschwindigkeit: 10,5 kn
Kieler Schifffahrtsmuseum (wegen Umbau bis auf weiteres geschlossen)
Das Schifffahrtsmuseum befindet sich in der ehemaligen Fischhalle der Stadt. Der eindrucksvolle Bau entstand 1909/10 als Zweckbau für den Kieler Fischhandel. Er überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschadet, verlor aber nach 1948 seine Funktion, als an der Schwentinemündung ein neuer Seefischmarkt entstand. Nachdem Abrisspläne abgewendet werden konnten, zog 1978 das neu gegründete Kieler Schifffahrtsmuseum in die inzwischen unter Denkmalschutz gestellte Fischhalle ein. Seitdem wird hier die Sammlung zur maritimen Geschichte der Landeshauptstadt präsentiert.
Seit November 2010 ist das Schifffahrtsmuseum wegen Umbauarbeiten geschlossen. Vorgesehen sind die Öffnung des Gebäudes zum Wasser, die Einrichtung einer Gastronomie samt Neugestaltung des Eingangsbereichs sowie die grundlegende Modernisierung der Ausstellungspräsentation.
Museumsbrücke am Kieler Schifffahrtsmuseum, Wall 65
Öffnungszeiten: 15. April bis 14. Oktober täglich 10-18 Uhr
Eintritt: 1 Euro
Tel. 0431/901-3428
www.schifffahrtsmuseum-kiel.de